 Countertenöre gibt es seit dem Erfolg der Alte-Musik-Bewegung in den 70er und 80er Jahren viele. Doch Philippe Jaroussky ist eine Ausnahme. Mühelos klettert er mit seiner Stimme in hohe Sopranlagen und bewältigt virtuose Koloraturen mit schwebender Leichtigkeit. Geboren 1978, studierte Philippe Jaroussky zunächst Violine, Klavier und Komposition an den Musikakademien von Versailles und Boulogne. Sein Gesangsstudium begann er 1996 bei Nicole Fallien, daran schlossen sich Studien in Alter Musik bei Michel Laplénie und Kenneth Weiss an der Pariser École de Musique National-Régional an. In der Saison 2001/02 war Philippe Jaroussky an einer erfolgreichen Produktion aller drei Monteverdi-Opern am Pariser Théâtre des Champs-Élysées beteiligt und sang außerdem Vivaldis »Catone in Utica« an der Pariser Opéra Comique und Vivaldis »La Verità in Cimento«. Philippe Jaroussky brillierte aber auch in geistlichen Werken wie Monteverdis »Marienvesper« und Pergolesis »Stabat Mater« am Pariser Théâtre du Châtelet sowie in der Saison 2003/04 vor allem in der Rolle des Ruggiero in Vivaldis »Orlando furioso« mit dem Ensemble Matheus unter Jean-Christophe Spinosi. Außerdem gab er ein triumphales Recital mit Opernarien von Händel in der Pariser Salle Gaveau. Sein inoffizielles Deutschland-Debüt feierte Philippe Jaroussky 2004, als er für den erkrankten Andreas Scholl in einem Konzert mit italienischen Barock-Kantaten einsprang und das Publikum sofort eroberte. Sein offizielles und von Publikum wie Kritik gleichermaßen gefeiertes Deutschland-Debüt gab er dann ein Jahr später als Telemaco in einer Neuproduktion von Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria« unter René Jacobs an der Berliner Staatsoper. Im Herbst 2009 standen Konzerte mit Concerto Köln in Hamburg, Berlin, Köln und München auf seinem Konzertkalender. Als Monteverdi-Sänger ist Philippe Jaroussky, der einen Exklusivvertrag mit Virgin Classics hat, auch auf der fulminanten CD »Teatro d’Amore« des Ensembles L’Arpeggiata unter der Leitung von Christina Pluhar vertreten. Diese CD gewann 2009 einen ECHO-Klassik-Preis. 2008 erschien die fulminante CD »Carestini«, eine Hommage an den berühmten Kastraten und Opernstar des 18. Jahrhunderts. Im Dezember 2008 erhielt Philippe Jaroussky den Midem Classical Award als »Sänger des Jahres«, kurz zuvor den ECHO-Klassik-Preis als »Sänger des Jahres«. |