Magdalena Sobczak-Kotnarowska Hackbrett Sylwia Swiątkowska Violine und Suka Ewa Walecka Violine Maciej Szajkowski Rahmentrommel und Percussion Piotr Glinski Barabantrommel und Percussion Pawel Mazurczak Bass
Nach einer einjährigen Babypause kehrte die Warsaw Village Band mit zwei neuen Alben auf dem CD-Markt und die Konzertbühnen der Welt zurück. Den Auftakt machte die Remix-CD »Upmixing«. Vorgabe der Band war ein Reggae-Remixalbum auf Basis der letzten Studio-CD »Uprooting«. Diese CD kletterte auf Platz 5 der europäischen und Platz 1 der deutschen Weltmusikcharts und ist mittlerweile in den polnischen Pop Charts vertreten. 2008 erschien das Studioalbum »Infinity«. 1999 absolvierte die Warsaw Village Band auf dem Sopot Festival neben Weltstars ihren ersten großen spektakulären Auftritt. Es dauerte allerdings noch bis zum Frühjahr 2003, bis die zweite CD »People’s Spring« bei JARO veröffentlicht wurde. Damit begann der Siegeszug des Ensembles, Konzerte von Alaska über Japan, Taiwan, Portugal, Moskau bis Paris brachten der Band überschwängliche Kritiken. Sie sind mittlerweile ein Symbol für junge, intelligente Musik aus Osteuropa geworden, die Tradition mit Modernem verbindet, die ein Rockpublikum ebenso begeistert wie Traditionalisten. 1997 wurde die Band von sechs jungen Leuten gegründet, die die traditionelle polnische Musik zwar erhalten, aber keine banale Folkmusik für einen Massengeschmack bieten wollen. Die Erinnerung an ihre ethnischen Wurzeln ist ihnen sehr wichtig. Sie wollen sie vor dem Vergessen bewahren, und sie wollen die Verbindung zu einer neuen, modernen Ästhetik herstellen. Ihr Ziel ist es, eine neue junge Musikkultur zu schaffen, die weder engstirnig noch massenkompatibel ist. Bei ihren Reisen über die polnischen Dörfer haben sie von den Alten die fast vergessene traditionelle Musik gelernt. Diese Musik inspiriert sie zu neuen Schöpfungen: »Trance-minimal-roots« nennen sie ihren Stil. Ihr Repertoire besteht aus Folk-Tanz-Melodien, Balladen und traditionellen Liedern der Landbevölkerung, und sie betonen, dass ihre Musik nicht einfach die alten Stilrichtungen adaptiert, sondern dass sie aus allen Elementen ihre ganz eigene Musik kreieren, da sie auch mit Scratchern und DJs zusammenarbeiten. Auch die Gesangstechniken und -instrumente, die sie benutzen, haben sie, autodidaktisch erlernt, von ihren Reisen mitgebracht: die sogenannte »weiße Stimme«, eine besondere Gesangstechnik, bei der aus vollem Hals geschrien wird, wie es die polnischen Hirten vor Jahrhunderten taten, die Suka, eine alte polnische Geige, gespielt mit den Fingernägeln, und verschiedene Arten von Trommeln. Im Gegensatz zu anderen Folkbands benutzen sie zwei Trommeln für ihre rhythmusbetonte Musik. 2004 erhielt die Band den BBC Radio 3 Award und den polnischen Grammy »Frederic Award«. Es folgten Auftragskompositionen für Videospiele und Filmmusiken, Theaterproduktionen und Konzerte in aller Welt. Die britische BBC widmete der Band ein 60-minütiges Porträt, das mittlerweile in mehreren europäischen Ländern ausgestrahlt wurde. |