Civitella Ranieri 2021
Der Hindemith-Preis 2022
geht an Hannah Kendall!

Der mit 20.000 Euro dotierte Hindemith-Preis zeichnet im Rahmen des SHMF herausragende zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten aus. In diesem Jahr geht er an eine Britin, für die eine Musikkarriere zunächst undenkbar war.

Hannah Kendall promoviert aktuell im Fach Komposition an der Columbia University in New York. Bereits als Siebenjährige hörte sie Barockmusik, spielte Geige und Klavier. Eigene Kompositionen kamen ihr lange nicht in den Sinn – schließlich waren der Britin mit südamerikanisch-karibischen Wurzeln nach eigener Aussage keine »black composers« als Vorbilder bekannt. In ihren Zwanzigern fiel dennoch die Entscheidung für das Kompositionsstudium. Seither konnte sich Hannah Kendall insbesondere in ihrer Heimat Großbritannien mit ihren Arbeiten einen Namen machen. So wurde ihr Orchesterstück »The Spark Catchers« 2017 in der Royal Albert Hall uraufgeführt. Sie komponierte die Kammeroper »The Knife of Dawn«, Chorwerke und das Tanzstück »Labyrinthine«.

Die 33. Hindemith-Preisträgerin überzeugte die Jury mit ihrem breiten kompositorischen Spektrum und einem expressiven Stil: »Hannah Kendall zeigt eine enorme kompositorische Vielfalt, die von klassischem Erbe bis hin zu experimentellen Ideen reicht. Die Klangfülle, die sie mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit kreiert, ihre klare Struktur, ihre Energie und Kompromisslosigkeit haben uns vorbehaltlos begeistert. Ich freue mich sehr, dass Hannah Kendall als Hindemith-Preisträgerin das SHMF im kommenden Sommer bereichern wird!«, begründet Dr. Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festival, die Entscheidung.

Hannah Kendall zeigte sich überwältigt von der Ehrung: »Dass meine Musik auf diese Weise gesehen und ausgezeichnet wird, bedeutet mir alles. Das Preisgeld möchte ich nutzen, um meine Kompositionspraxis weiter voranzutreiben – in weitere neue, hochspannende Richtungen!« Auf dem Programm ihres Preisträgerkonzerts stehen eigene Werke sowie die Uraufführung eines Auftragswerks für das SHMF von Mithatcan Öcal, dem Hindemith-Preisträger 2021.

Paul Hindemith setzte sich für den musikalischen Nachwuchs ein und war insbesondere bekannt für sein musikpädagogisches Wirken. In seinem Sinne fördert der Hindemith-Preis herausragende junge, zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten. Seit 1990 wird der Preis im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival verliehen. Gestiftet wird er von der Hindemith-Stiftung (Blonay/Schweiz), der Rudolf und Erika Koch-Stiftung, der Walther und Käthe Busche-Stiftung und Gerhard Trede-Stiftung, der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern der letzten Jahre zählen Matthias Pintscher (2000), Thomas Adès (2001), Jörg Widmann (2002), Lera Auerbach (2005), Anna Clyne (2016), Samy Moussa (2017), SJ Hanke (2020) und Mithatcan Öcal (2021).

Die Jury besteht aus Prof. Dr. Andreas Eckhardt (Fondation Hindemith), der Kultusministerin des Landes Schleswig-Holstein Karin Prien, Dr. Christian Kuhnt (SHMF), Prof. Elmar Lampson (Gerhard Trede Stiftung und HfMT Hamburg), Dr. Astrid Bernicke (Behörde für Kultur und Medien Hamburg) und Prof. Rico Gubler (Musikhochschule Lübeck).

Biografie

Hannah Kendall absolvierte den Masterstudiengang in Advanced Composition am Royal College of Music bei Kenneth Hesketh, unterstützt vom Arts and Humanities Research Council, dem Royal College of Music Study Award und dem RVW Trust. Sie arbeitete bereits mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra, Ensemble Modern, London Sinfonietta, Riot Ensemble und dem The Hallé-Orchestra zusammen. Hannah Kendall lebt zurzeit in New York und promoviert im Fach Komposition an der Columbia University.

Verleihung des Hindemith-Preis 2022 und Preisträgerkonzert
Werke von Mithatcan Öcal und Hannah Kendall
Mo, 22. August 2022 | 19.30 Uhr | Rendsburg-Büdelsdorf, NordArt, ACO Wagenremise

Tickets sind ab dem Tag der SHMF-Programmpressekonferenz am 25. Februar 2022 bestellbar.

 

Hannah Kendall über ihr Werk »Baptistry«:

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