Die Komponisten-Retrospektive widmet sich Johann Sebastian Bach

»Bach ist Anfang und Ende aller Musik«, sagte Max Reger im Jahr 1906. 
Und viele seiner Kollegen, von Mozart über Brahms bis hin zu Wagner, stimmen dem zu. Zahlreiche Komponisten studierten Johann Sebastian Bachs Werke, imitierten und bearbeiteten sie und passten sie an Hörgewohnheiten und Publikum an. Auch Jazz und Pop haben die barocken Meisterwerke und ihre kompositorische Machart für sich entdeckt. Bach ist zeitlos. Bach ist international.

1685 im thüringischen Eisenach geboren, war Johann Sebastian Bach zeitlebens eng mit Mitteldeutschland verbunden. In Arnstadt hatte er seine erste Anstellung, in Leipzig fand er seine letzte als Thomaskantor. Doch auch in den Norden zog es ihn des Öfteren – wohlgemerkt zu Fuß! Als 15-Jähriger wanderte er beispielsweise von seinem Wohnort Ohrdruf in Thüringen nach Lüneburg, um dort Chorist im Mettenchor von St. Michaelis zu werden. Auf die längste Wanderung begab er sich 1705: In zwölf Tagen legte er 415 Kilometer von Arnstadt nach Lübeck zurück, um Dietrich Buxtehude, damals Organist in St. Marien, zu erleben.

Mit Johann Sebastian Bach stellt das SHMF einen Komponisten in den Mittelpunkt seines Programms, der wie kein anderer Vorbild und Inspirationsquelle für nachfolgende Musikergenerationen war. Seit Felix Mendelssohn im Jahr 1829 mit seiner Aufführung der Matthäus-Passion die Bach-Renaissance einleitete, ist der barocke Meister aus den internationalen Konzertprogrammen nicht wegzudenken.

Diesen Sommer widmen sich in rund 120 Konzerten sowohl Spezialisten für Alte Musik als auch Interpreten grenzüberschreitender Projekte Bachs umfangreichem Œuvre. Mit dabei sind Künstlerpersönlichkeiten wie Sir András Schiff, Hilary Hahn, Vìkingur Ólafsson, Nathalie Stutzmann, Martin Stadtfeld, Alisa Weilerstein, Nigel Kennedy und Dorothee Oberlinger. Außerdem Dirigenten wie Giovanni Antonini, Ton Koopman und
 Christoph Eschenbach sowie Ensembles wie das Zürcher Kammerorchester, Il Giardino Armonico, das Freiburger Barockorchester, das NDR Elbphilharmonie Orchester und die Akademie für Alte Musik Berlin.

Unter dem Titel »Bach nach Bach« veranstaltet das SHMF auch 2019 in Zusammenarbeit mit dem Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck wieder ein wissenschaftliches Symposium zum Komponistenschwerpunkt. Das Symposium wird gefördert von der Possehl-Stiftung. In der Villa Brahms wird zudem die Ausstellung »›Auf Bachs Spuren wandeln‹ – Bach und Brahms« präsentiert.