Außerordentlich romantisch – eine Komponisten-Retrospektive zu Robert Schumann

»Ich mag den Künstler nicht, dessen Leben nicht mit seinen Werken in Einklang steht.« (Robert Schumann)

Dass sich Robert Schumann ganz und gar der Musik verschrieben hatte, stand früh fest. Mit elf Jahren komponierte er sein erstes Werk, eine Vertonung des 150. Psalms, und versah das Titelblatt selbstbewusst mit der berühmtesten Verlagsanschrift Deutschlands: »chez Breitkopf et Härtel«. Geprägt von seinem Elternhaus war in ihm die Liebe zum geschriebenen Wort ebenso tief verwurzelt. So gründete er später die »Neue Zeitschrift für Musik«, in der er Aufsätze und Rezensionen zu Aufführungen und Werken anderer Komponisten veröffentlichte. Hunderte Briefe und Tagebucheinträge belegen nicht nur die Liebe zu seiner Frau Clara, sondern auch seine manische Depression. Das Schwanken zwischen »himmelhoch jauchzend« und »zu Tode betrübt« zieht sich durch Robert Schumanns gesamtes OEuvre. Auf besonders plakative Weise spiegeln zwei Pseudonyme seine emotionale Kluft wider: Seine Rezensionen stammen, genau wie einige Kompositionen, mal aus der Feder des stürmischen Florestan, mal aus der des sanftmütigen Eusebius.          

Mit Robert Schumann stellt das SHMF in diesem Jahr einen Komponisten in den Mittelpunkt, der wie kein anderer für die musikalische Romantik steht. Sein Repertoire reicht von Sinfonien und Konzerten über Oper, Klavier- und Kammermusik bis hin zu Liedkompositionen. In 87 Konzerten widmen sich Künstlerpersönlichkeiten wie Midori, Sir András Schiff, Anna Lucia Richter, Nils Mönkemeyer, Jan Lisiecki und Elisabeth Leonskaja, Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Sir Antonio Pappano, Paavo Järvi, Thomas Hengelbrock und Vladimir Jurowski sowie Ensembles wie das Artemis Quartett, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und die Klangkörper des NDR diesem außergewöhnlichen Musikschriftsteller
und Künstler.   

Unter dem Titel »Schumann-Aspekte« veranstaltet das SHMF auch 2018 in Zusammenarbeit mit dem Brahms-Institut in Lübeck wieder ein wissenschaftliches Symposium. Zudem hat das Institut passend zum Komponistenschwerpunkt die Ausstellung »Robert Schumann und Johannes Brahms« konzipiert.