Der Werftsommer: Weltmusik in Werfthallen
Vom 24. Juli bis zum 6. August verwandeln sich die historischen Industriehallen der Lübecker Kulturwerft Gollan für den SHMF-Werftsommer in ein sommerliches Wohnzimmer. Ob im Liegestuhl mit den Füßen im Sand oder im gemütlichen Vintage-Mobiliar: Die einzigartige Atmosphäre der Werkshallen lädt zum Verweilen und geselligen Beisammensein vor und nach den Konzerten ein. Auf dem Programm der Werftsommer-Konzerte stehen westafrikanische Klänge, nordischer Folk, anatolische und brasilianische Musiktradition ebenso wie beatlastiger Techno-Jazz.
Den Auftakt macht am 24. Juli die gambische Sängerin, Komponistin und Kora-Spielerin Sona Jobarteh. Sie gilt als erste professionelle weibliche Virtuosin der 21-saitigen Stegharfe, deren Spiel bis ins 20. Jahrhundert ausschließlich Männern vorbehalten war. In ihren Liedern verbindet sie westafrikanische Tradition mit Einflüssen aus Blues, Afropop und Jazz. Ein spannungsreicher Abend zwischen meditativen Momenten und groovigen Passagen erwartet das Publikum.
Ungezwungen, lebendig und herzlich: Das sind die »Nordic Alehouse Sessions« der Barokksolistene. Am 27. Juli spüren sie der Frage nach, wie eine Stockholmer Kneipe im 17. Jahrhundert klang. Hier treffen skandinavische Traditionen auf barocke Virtuosität und improvisierte Jam-Sessions auf musikalische Tiefgründigkeit – alles unter dem Motto: »It’s just old pop music!«
Am 29. Juli ist der kurdisch-zazaische Sänger, Komponist und Gitarrist Ahmet Aslan zu Gast beim Werftsommer. Mit seinem selbstkreierten Instrument Di-Tar – einer Mischung aus türkischer Baglama und Flamenco-Gitarre – schafft er eine eigene Klangwelt zwischen anatolischer Folklore und westlicher Tradition, die sich immer wieder neu zusammenfügt. Mal energiegeladen, mal fragil, stets menschlich.
Ausgelassen und tanzbar wird es bei den zwei letzten Konzerten des Werftsommers 2026: Die Band AYOM präsentiert am 3. August pulsierende Rhythmen aus Brasilien, Angola und den Kapverden. Als »musikalische Seefahrer« begeben sich die sechs Musikerinnen und Musiker auf die Spuren der afrikanischen Diaspora und erzählen Geschichten von Migration, Freiheit und Lebensfreude.
Den Abschluss des Werftsommers gibt die Jazzrausch Bigband am 6. August mit ihrem aktuellen Programm »Euphoria« – eine Feier des Augenblicks mit neuen Kompositionen zwischen Jazz, Techno und Dancefloor.
Die Konzerte von AYOM und der Jazzrausch Bigband sind unbestuhlt. Im Anschluss an die beiden Konzerte legt die Hamburgerin DJ textme im Foyer der Halle auf und lässt die Abende mit Deep House ausklingen.
Dank finanzieller Unterstützung durch die Possehl-Stiftung finden die Werftsommer-Konzerte unter hohen Nachhaltigkeitsstandards statt: Unter anderem kann das Publikum vegetarische Kulinarik aus der Region genießen, kostenfreie Shuttlebusse zwischen ZOB Lübeck und Spielstätte begünstigen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ein Mehrwegpfandsystem minimiert das Wegwerfen von Bechern und Flaschen. Außerdem können Gäste leere Pfandbecher spenden, um die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu unterstützen.